Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V. - Dialogreise Brasilien

www.caritas-ahaus-vreden.de
Januar 2009
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Dialogreise Brasilien
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Dialogreise Brasilien

Bedrückendes Elend auf der einen, hoffnungsvolle Wirtschaftprojekte zur Selbsthilfe für die Armen auf der anderen Seite - zwischen diesen beiden Polen wechselten die Eindrücke, die Bernhard Herdering, Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Dekanate Ahaus und Vreden e. V., während einer Brasilien-Dialogreise gemeinsam mit weiteren 12 Leitungs-kräften der Caritas aus ganz Deutschland, gewonnen hat.


Herdering war von Caritas international ausgewählt worden, um sich über Projekte vor Ort zu informieren und Perspektiven mit den einheimischen Fachleuten zu diskutieren. "Von dem Dialog können beide Seiten profitieren", ist der Caritas-Geschäftsführer überzeugt.
Beim bloßen Reden soll es nicht bleiben: Bernhard Herdering möchte in Sachen Hilfe aktiv werden. "Nach dem Besuch eines Altenhilfeprojektes in Sao Paulo überlege ich, ob unser Caritasverband junge Brasilianer in Ahaus ausbilden oder direkt im Land etwas tun kann", sagt er. Der Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden sei in der Betreuung alter Menschen besonders aktiv und erfahren. In Brasilien sei die Altenpflege noch weit vom deutschen Standard entfernt. "Besonders bei der Betreuung Demenzkranker gibt es enormen Nachholbedarf."


Grundsätzlich geht es Caritas international darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Dabei werden die örtlichen Strukturen berücksichtigt. "Erstaunlich ist, wie gut Caritas Brasilien bis in die Pfarrgemeinden hinein vernetzt ist", berichtet Bernhard Herdering. "Dies macht vieles einfacher." Geholfen werde ohne Ansehen der Person. Zwar sei die Stellung der Kirche in Brasilien nach wie vor stark. "Aber die Aktivitäten von Sekten machen ihr doch immer mehr zu schaffen", sagt Herdering. Ein Erlebnis war der Gottesdienst am Grabmal des Befreiungstheologen Dom Helder Camara in Recife. (Foto 1)

 
Dialogreise Brasilien 1
Leitungskräfte der Caritas aus allen Teilen Deutschlands am Grabmal des Befreiungstheologen Dom Helder Camara in Recife. (1 Reihe, 2. von li. Bernhard Herdering)
 


Besonders beeindruckend für den Besucher aus Deutschland sei immer wieder gewesen, mit welcher Kreativität, positiven Grundstimmung und großem Engagement die Menschen unter schwierigsten Bedingungen in den Projekten arbeiten.
Dies gilt zum Beispiel für eine Gruppe von Müllsammlern im Raum Recife. Hier haben sich etwa 30 - 40 Familien mit Hilfe der Caritas zusammengeschlossen. Dadurch kommen größere Mengen zusammen, was zu höheren Preisen führt. "Die Müllsammler leisten ökologisch wertvolle Arbeit, indem sie Müll trennen und recyceln", stellt der Geschäftsführer fest. Ihnen geht es jetzt besser als ihren Kollegen auf den Müllhalden, die unter gefährlichen und menschunwürdigen Bedingungen ihre Familien durchbringen müssen.
Am Amazonas gründeten 30 Familien eine Fisch- und Geflügelzucht. Sie reagierten damit auf die Veränderungen, die der Bau von Staustufen im Fluss verursacht hatte: Die Zahl der Fische nahm ab, der Fang brachte nichts mehr ein.
Einblick bekam Bernhard Herdering in die Probleme der landlosen Kleinbauern, die von der Caritas Brasilien umfassend beraten und begleitet werden. Aufgrund des äußeren Druckes durch Gewalt und Bedrohung, Vertreibung und Unsicherheit, ist die Situation in diesen Familien sehr angespannt. Aufgrund der abgelegenen Lage dieser Siedlungen fehlt es sowohl an Materiellem wie auch an sozialer und medizinischer Infrastruktur. Hier ist die Caritas besonders gefordert. Finanzielle Hilfen werden auch von Misereor gewährt.(Foto 2)

 
Dialogreise Brasilien 2
Bernhard Herdering bei der Bewegung der Landlosen im Dürregebiet Nordostbrasiliens (Semi-arido) 250 KM landeinwärts von Recife
 


In der Kinder- und Jugendhilfe werden Netzwerke geschaffen, die es ermöglichen, dass verschiedene Organisationen nicht nebeneinander her agieren, sondern mit verschiedenen Kompetenzen ineinander greifen. So gelingt effektive Drogen- und Gewaltprävention. Junge Menschen erhalten dadurch Perspektiven, auch wenn sie in den Favelas Brasiliens unter zum Teil katastrophalen Bedingungen leben müssen.
Mehrere tausend Kilometer kamen bei der Rundreise durch die Umgebung von Sao Paulo über Brasilia, Belem und Recife für die Teilnehmer der Dialogreise unter Führung von Dr. Oliver Müller, Leitung Caritas international, zusammen.

gez. Bernhard Herdering, Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V., Rathausplatz 2, 48683 Ahaus
Tel.: 02561-42090