Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V. - SPD-Abgeordnete würdigen die Arbeit der Schuldnerberatungsstellen und fordern eine Neuorientierung der NRW-Landesförderung

www.caritas-ahaus-vreden.de
März 2010
Modellprojekt des Landes NRW erfolgreich mit Examen beendet
Konstituierende Sitzung des Caritasrates des CV Ahaus
17 qualifizierte Betreuungsassistentinnen und Betreuungsassistenten
Projekt der Ahauser Caritas nun als Buch erschienen
Qualitätsmanagement der Seniorenheime des Caritasverbandes Ahaus erneut erfolgreich bestätigt
Fair tut gut – Fairer Handel für eine gerechte Welt
Westfalen schiebt ab
Ein Fest dem Ehrenamt
Andreas Dawo zeigt Wege aus der Schuldenfall auf
SPD-Abgeordnete würdigen die Arbeit der Schuldnerberatungsstellen und fordern eine Neuorientierung der NRW-Landesförderung
„Senioren auf Entdeckungstour“ der Caritas Pflege & Gesundheit

SPD-Abgeordnete würdigen die Arbeit der Schuldnerberatungsstellen und fordern eine Neuorientierung der NRW-Landesförderung





Die Zahl der überschuldeten Personen hat in den vergangenen Jahren auch im Kreis Borken stark zugenommen. Die Ursachen dafür liegen vor allem in der Arbeitslosigkeit sowie in Trennungen, Scheidungen, Sozial- und Suchtproblemen. Zudem wenden sich immer öfter junge Menschen die Schuldnerberatung der Caritas in Ahaus und suchen Hilfe. Nicht mehr bezahlbare Handyverträge, überzogene Girokonten und eingegangene Kreditverpflichtungen sind der Anlass. Größtes Problem ist die fehlende Finanzkompetenz von jungen Menschen, da weder Familie, Schule noch sonstige Einrichtungen an diesem Punkt in der Lage sind, die jungen Menschen entsprechend auf das Leben vorzubereiten.

"Wer arm ist, muss nicht unbedingt ein Klient der Schuldnerberatung sein. Es gibt zunehmend das Phänomen der Wohlstandsverwahrlosung und Multiproblemfamilien", so der Leiter Andreas Dawo, der für seine Beratungsstelle eine weitere ½-Mitarbeiterstelle gut gebrauchen könnte. Deshalb müssen mehr Beratungsangebote geschaffen werden. Eine Forderung, welche die Landtagsabgeordnete Stefanie Wiegand bei ihrem Besuch beim Caritas-Verband Ahaus-Vreden teilt. Hier informierte sie sich in der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle und verschaffte sich einen Eindruck über deren Arbeit. "Das Thema interessiert mich sehr, da Schuldensituationen oft Inhalt von Gesprächen unserer Bürgersprechstunden sind", berichtete Stefanie Wiegand. Sie hat sich bereits im vergangenen Jahr mit der Anfrage "Schuldner- und Insolvenzberatung für Arbeitssuchende " an die Landesregierung gewandt. Anfang Februar dieses Jahres hat die SPD-Landtagsfraktion den Antrag "Krisenopfern helfen - Schuldner- und Insolvenzberatung ausbauen" in die parlamentarische Beratung eingebracht. Die SPD-Landtagsabgeordnete unterstrich die Bedeutung des präventiven Bereiches in der Schuldnerberatung und will mit der Caritas-Schuldnerberatung weiter im Gespräch bleiben. Diese sucht derzeit Kooperationspartner zur Unterstützung des Ausbaus solcher Angebote. Als Schuldner- und Insolvenzberater sind eine berufliche Vorbildung vorzugsweise als Bankkaufmann und Sozialarbeiter gefragt. Die NRW-Förderung darf laut Zuwendungsbescheid des Landes nur für die Beratung im Einzelfall und nicht für Präventionszwecke verwendet werden. Wiegand begrüßte ausdrücklich das bewährte Engagement der Sparkassen und das der Kirche bei der Mitfinanzierung zur Bekämpfung der Überschuldungsproblematik privater Haushalte: "Eine Beteiligung der Banken insgesamt an der Finanzierung der Verbraucherinsolvenzberatung wäre meines Erachtens ein gutes Signal der Allgemeinwohlorientierung in dieser Zeit. Die nordrhein-westfälische SPD will die Überschuldungsberatung ressortübergreifend ausbauen und koordinieren. Und wir wollen die Verbraucher dabei vor unseriösen selbsternannten Beratern mit Kreditversprechen und zweifelhaften Vertragsangeboten schützen."