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Die Zahl der überschuldeten Personen hat in den vergangenen Jahren auch im Kreis Borken stark zugenommen. Die Ursachen dafür
liegen vor allem in der Arbeitslosigkeit sowie in Trennungen, Scheidungen, Sozial- und Suchtproblemen. Zudem wenden sich immer
öfter junge Menschen die Schuldnerberatung der Caritas in Ahaus und suchen Hilfe. Nicht mehr bezahlbare Handyverträge, überzogene
Girokonten und eingegangene Kreditverpflichtungen sind der Anlass. Größtes Problem ist die fehlende Finanzkompetenz von jungen
Menschen, da weder Familie, Schule noch sonstige Einrichtungen an diesem Punkt in der Lage sind, die jungen Menschen entsprechend
auf das Leben vorzubereiten.
"Wer arm ist, muss nicht unbedingt ein Klient der Schuldnerberatung sein. Es gibt zunehmend das Phänomen der Wohlstandsverwahrlosung
und Multiproblemfamilien", so der Leiter Andreas Dawo, der für seine Beratungsstelle eine weitere ½-Mitarbeiterstelle gut
gebrauchen könnte. Deshalb müssen mehr Beratungsangebote geschaffen werden. Eine Forderung, welche die Landtagsabgeordnete
Stefanie Wiegand bei ihrem Besuch beim Caritas-Verband Ahaus-Vreden teilt. Hier informierte sie sich in der Schuldner- und
Insolvenzberatungsstelle und verschaffte sich einen Eindruck über deren Arbeit. "Das Thema interessiert mich sehr, da Schuldensituationen
oft Inhalt von Gesprächen unserer Bürgersprechstunden sind", berichtete Stefanie Wiegand. Sie hat sich bereits im vergangenen
Jahr mit der Anfrage "Schuldner- und Insolvenzberatung für Arbeitssuchende " an die Landesregierung gewandt. Anfang Februar
dieses Jahres hat die SPD-Landtagsfraktion den Antrag "Krisenopfern helfen - Schuldner- und Insolvenzberatung ausbauen" in
die parlamentarische Beratung eingebracht. Die SPD-Landtagsabgeordnete unterstrich die Bedeutung des präventiven Bereiches
in der Schuldnerberatung und will mit der Caritas-Schuldnerberatung weiter im Gespräch bleiben. Diese sucht derzeit Kooperationspartner
zur Unterstützung des Ausbaus solcher Angebote. Als Schuldner- und Insolvenzberater sind eine berufliche Vorbildung vorzugsweise
als Bankkaufmann und Sozialarbeiter gefragt. Die NRW-Förderung darf laut Zuwendungsbescheid des Landes nur für die Beratung
im Einzelfall und nicht für Präventionszwecke verwendet werden. Wiegand begrüßte ausdrücklich das bewährte Engagement der
Sparkassen und das der Kirche bei der Mitfinanzierung zur Bekämpfung der Überschuldungsproblematik privater Haushalte: "Eine
Beteiligung der Banken insgesamt an der Finanzierung der Verbraucherinsolvenzberatung wäre meines Erachtens ein gutes Signal
der Allgemeinwohlorientierung in dieser Zeit. Die nordrhein-westfälische SPD will die Überschuldungsberatung ressortübergreifend
ausbauen und koordinieren. Und wir wollen die Verbraucher dabei vor unseriösen selbsternannten Beratern mit Kreditversprechen
und zweifelhaften Vertragsangeboten schützen."
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