URL: www.caritas-ahaus-vreden.de/aktuelles/pressemitteilungen/jeder-mensch-braucht-ein-zuhause
Stand: 12.11.2015

Caritas Kampagne 2018

Jeder Mensch braucht ein Zuhause

Caritas Kampagne 2018

Sie verlieren ihr soziales Umfeld und ihr Zuhause. Am Ende sitzen sie vielleicht auf der Straße.

Ihr Endpunkt ist der Ausgangspunkt der Caritas-Kampagne 2018: Mit ihr wollen wir zeigen, wo es an Wohnungen fehlt und wie man bezahlbaren Wohnraum schaffen kann. Denn ein Zuhause für jeden darf in einem reichen Land wie Deutschland nicht Privileg sein, sondern Grundrecht.

Wo finden Menschen ein Zuhause? In Gelsenkirchen - Scholven werden die Bürger selbst aktiv

Der Kaffee steht in Thermoskannen bereit. Christel Hack hat sich ein Brötchen genommen, frühstückt und unterhält sich mit den anderen Menschen im Stadtteilladen. Drei bis sieben Frauen und Männer treffen sich hier jeden Dienstag zur Frühstücksrunde des Quartiersprojekts der Caritas in Gelsenkirchen.

Vor etwa drei Jahren - als die Caritas im nördlichsten Stadtteil Gelsenkirchens das Projekt startete - stand der Laden noch leer. Seither hat sich einiges getan: Stadtteilfeste, Spaziergänge und mehr werden von den Bewohnerinnen und Bewohnern organisiert. Unterstützt werden sie dabei von einer Mitarbeiterin der Caritas.

Auch das erste Scholvener Adventsmärktchen wurde so ins Leben gerufen: "Ich war erst geschockt, was man da alles machen muss", sagt Christel Hack. Die gelernte Schneiderin, die seit 20 Jahren als Reinigungskraft arbeitet, kommt nicht nur regelmäßig zum Frühstück, sondern gehört auch zur siebenköpfigen Weihnachtsmarktplanungsgruppe. "Gut, dass wir Christina haben. Sie zeigt uns den Weg, wie das gemacht wird", sagt die 58-Jährige weiter.

Christina - das ist Christina Fornefeld. Die Caritasmitarbeiterin ist Ansprechpartnerin für die Bewohnerinnen und Bewohner und hilft ihnen, ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten. Gleichzeitig baut sie Netzwerke und Kooperationen auf, um die Zusammenarbeit im Stadtteil zu stärken. Sie führt Bewohnerversammlungen durch und organisiert Deutschkurse für Flüchtlinge. Regelmäßig ist sie im Stadtteilladen anzutreffen.

"Wenn der Laden kaputtgehen würde, wäre hier alles kaputt", sagt Christel Hack. Seit 2013 wohnt Hack in Scholven; einen Umzug hat sie allerdings schon geplant. Für sie ist Scholven der Ort, in dem sie noch wohnt. Scholven, das sei vielfach Industrie - auch wenn die grüne Umgebung allzu oft noch unterschätzt würde.

Scholven hat ein Imageproblem. Faktoren wie Armut und eine hohe Arbeitslosenquote machen den Alltag nicht leichter. Und doch gibt es Menschen, die gerne hier leben. Ralf Bergedick zum Beispiel, oder Gabriele Schneider. Beide sind auch Teil des Frühstücktreffs. Sie sagt: "Du kannst hier überall spazieren gehen: Ich find das schön hier." Die Wahl-Scholvenerin ist schon oft umgezogen; mit Unterbrechungen wohnt sie rund 15 Jahre hier. Weg will sie nicht mehr; mittlerweile hat die 65-Jährige sogar ihre Beerdigung in Scholven schon geplant. Ralf Bergedick sorgt sich, was passiert, wenn der Laden weg ist. Seit die Werbegemeinschaft in Scholven vor etlichen Jahren auseinandergefallen sei, seien viele Planungen im Sande verlaufen: "Bis hier das Quartiersprojekt aufgemacht hat", sagt der 51-Jährige.    

[Quelle: DCV Freiburg]