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Stand: 12.11.2015

Startschuss zur Kampagne

Kampagne für mehr Wertschätzung in Pflegeberufen

Für mehr WertschätzungKampagnenstart mit dem Caritas-Vorstand Hans-Peter Merzbach, Peter Schwack und Matthias Wittland (v.l.) [Foto: Christian Bödden, Münsterlandzeitung]

Der Applaus für die Mitarbeiter in pflegenden Berufen ist größtenteils verhallt. Je mehr die Corona-Pandemie im Alltag in den Hintergrund tritt, desto mehr ist den Verantwortlichen der Wohlfahrtspflege klar: Beifall allein reicht nicht.

Darum startet der Caritasverband im Dekanat Ahaus-Vreden am 9.Juni die Kampagne #FürMehrWertschätzung. Das Caritas-Vorstandstrio Hans-Peter Merzbach, Peter Schwack und Matthias Wittland stellte die Kampagne am Montag vor.

Für mehr Wertschätzung

In der Corona-Hochphase hätten die Caritas-Mitarbeiter viel Dank und Wertschätzung erfahren, erklärte Hans-Peter Merzbach. "Aber auf Dauer reicht der Dank alleine nicht. Es braucht für die Berufe im Sozialwesen und im Pflegebereich bessere Rahmenbedingungen. Dafür werben wir."

Nachdem die bisherige Corona-Pandemie in Deutschland glimpflich verlaufen sei, nehme die Caritas wahr, dass sich der Alltag für die Pflege wieder einstelle, erklärte Matthias Wittland - "was die Wertschätzung durch Politik und Verwaltung angeht." Die Pflege sei als systemrelevant bezeichnet worden, "aber wir haben die Befürchtung, dass die Bedeutung der Pflege relativ schnell wieder abebbt."

Für mehr Wertschätzung

Durch kurzfristige Corona-Verordnungen sei die Pflege übermäßig und zusätzlich belastet worden. Matthias Wittland: "Was unsere Mitarbeiter in dieser Phase geleistet haben, da spielten Stunden und Aufwand keine Rolle."  Das Vorstandsmitglied plädierte dafür, nachhaltige Strukturen zu schaffen. "Wichtig ist, nicht nur Symbolpolitik zu betreiben, sondern sich dafür einzusetzen, dass die Pflege vernünftig arbeiten kann."

Matthias Wittland erklärte, dass der Pflegeprämie ein unsäglich langer Diskussionsprozess vorausgegangen sei. "Die Entscheidung, die Lufthansa mit zehn Milliarden Euro zu stützen, fiel relativ schnell. Die Einigung, Mitarbeitern in der Pflege jeweils 500 Euro zu zahlen, kam erst nach sechs Wochen. Da fehlt ein Stück weit der Maßstab."

Für mehr Wertschätzung

Mit der Kampagne soll gezeigt werden, wie wichtig das Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen für das soziale Leben in einer Gesellschaft ist. So stehen ab Dienstag mehrere Großplakate an verschiedenen Standorten in Ahaus, Heek, Stadtlohn, Südlohn, Vreden, Gronau und Schöppingen.

Weitere Motive werden in Sozialen Medien sowie unter anderem auf Postkarten zu sehen sein. Zudem ist ab sofort die Webseite freigeschaltet (www.für-mehr-Wertschätzung.de), die Inhalte und den Hintergrund der Kampagne erklärt.

Auf insgesamt 14 Motiven kommen Mitarbeiter des Caritasverbandes zu Wort. Zwei Beispiele: "Ich bin keine Heldin", sagt Hanna (24), die bei der Behindertenhilfe arbeitet. "Aber ich werde von den Bewohnern gebraucht."

"Ich bin da. Hinter der Kulisse. Auch wenn du meine Arbeit nicht siehst." Das sagt Martina (55), die bei der Grenzland Wäscherei Ahaus beschäftigt ist.

"Wir zeigen Gesicht", beschreibt Hans-Peter Merzbach die Kampagne, die von der Kommunikationsagentur Team Meuter aus Gescher umgesetzt wurde. Ungefähr sechs Wochen lang soll unter dem Hashtag #FürMehrWertschätzung die Arbeit mit und für Menschen mehr Anerkennung bekommen.

Verbesserte Personalschlüssel, die Anhebung von Fachkraftquoten, mehr Zeit für die Zuwendung am Patienten - um all das geht es. "Wir setzen mit der Kampagne den ersten Impuls", sagte Hans-Peter Merzbach am Montag. Wohlwissend, dass das Thema dauerhaft präsent bleibt.

[Text: Christian Bödden, Münsterlandzeitung]