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Wie die Caritas in Vreden Pflege, Betreuung und Beratung miteinander verbindet:Alles aus einer Hand

Wenn der Alltag plötzlich mehr Kraft kostet als früher, tauchen oft viele Fragen auf: Wer hilft, wenn zu Hause Unterstützung gebraucht wird? Wohin können sich Angehörige wenden? An dieser Stelle setzt die Arbeit der Caritas in Vreden an.
Daniel Severt und Andrea Welper (beide Caritas Ambulante Pflege) sowie Evamarie Graml vom Caritas-Tagestreff.
Datum:
27. Aug. 2026
Von:
Christian Bödding

Damit Unterstützung möglichst schnell und unkompliziert dort ankommt, wo sie gebraucht wird, arbeiten die verschiedenen Einrichtungen des Caritasverbandes Ahaus-Vreden eng zusammen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die ambulante Pflege in Vreden. Daniel Severt leitet sie seit 2018, seit Anfang 2026 gemeinsam mit Andrea Welper. Für das Duo steht vor allem eines im Mittelpunkt: die Zusammenarbeit – insbesondere die enge Verbindung zwischen der ambulanten Pflege in Vreden und Ellewick sowie dem Caritas-Tagestreff in Vreden. 

Alle Angebote haben ein gemeinsames Einzugsgebiet, arbeiten zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Kunden, die zu Hause eine Entlastung brauchen, werden beispielsweise an den Tagestreff vermittelt. Und umgekehrt funktioniert es genauso: Wenn Gäste im Tagestreff noch keine Unterstützung durch einen Pflegedienst erhalten, tauschen sich die Teams aus. So entsteht eine Art Bindeglied zwischen Menschen mit Pflegegrad oder Unterstützungsbedarf und den passenden Angeboten.

Möglichkeiten

Oft beginnt der Kontakt bereits bei Fragen rund um die Pflegeeinstufung. Viele Angehörige wissen zunächst gar nicht genau, welche Schritte notwendig sind. Hier setzt die Beratung an. „Wenn es Fragen zur Pflegeeinstufung gibt, melden sich die Menschen bei uns“, erklärt Andrea Welper. Die 42-Jährige und ihr Team unterstützen dann bei den nächsten Schritten und erläutern, welche Möglichkeiten es nach einer Einstufung gibt. 

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Alltag leichter machen: ein paar Stunden Unterstützung zu Hause, in der Betreuung oder in der Hauswirtschaft. Doch was passiert, wenn diese Hilfe nicht ausreicht? Dann kann der Caritas-Tagestreff eine zusätzliche Entlastung sein. „Damit die Menschen oder auch Angehörige, die ihre Personen pflegen, wirklich Tage oder Stunden zur Entlastung haben“, so Daniel Severt.

Evamarie Graml leitet seit Januar 2026 den Caritas-Tagestreff an der Alstätter Straße. Die 60-Jährige kennt die Gäste und ihre Situationen im Alltag. Wenn ihr etwas auffällt oder Angehörige mit einem Anliegen auf sie zukommen, wird der Kontakt zur ambulanten Pflege hergestellt. Gemeinsam wird geprüft, welche Unterstützung möglich ist, etwa über eine ärztliche Verordnung durch den Hausarzt. „Das ist ganzheitlich gedacht“, sagt Graml. Ziel sei ein Rundum-Paket, damit auch die Versorgung zu Hause gewährleistet werden kann.

Standort Ellewick

Neben dem Standort der ambulante Pflege in Vreden spielt auch Ellewick eine wichtige Rolle. Daniel Severt ist seit Anfang des Jahres ebenso wie Andrea Welper für beide Standorte verantwortlich. Das Büro in Ellewick an der Pfarrer-Holtmann-Straße soll künftig verlässlicher erreichbar sein. Geplant ist, dass das Büro montags bis freitags bis 13 Uhr geöffnet ist. Zusätzlich soll es künftig einen längeren Donnerstag geben – mit Öffnungszeiten bis etwa 16 Uhr. Der Hintergrund: Viele Angehörige arbeiten tagsüber und haben mittags kaum Gelegenheit, persönlich vorbeizukommen. Mit dem längeren Nachmittag soll genau dafür mehr Spielraum entstehen.

Der Standort in Ellewick ist noch relativ jung, hat sich aber schon etabliert, sagt Daniel Severt. Viele Menschen aus dem Ortsteil kommen direkt ins Büro, wenn sie Fragen haben – zur Beratung, zur Pflege oder zum Tagestreff. Ein großer Teil der Kontakte läuft aber auch telefonisch. Und nicht zuletzt spielt die persönliche Empfehlung eine Rolle. „Die Kunden, die schon im Tagestreff oder über die ambulante Pflege versorgt werden, sprechen mit Freunden oder Bekannten und sagen: Geh mal zur Caritas“, beschreibt der 44-Jährige die Situation. 

Eine Frage beschäftigt viele Einrichtungen der Pflege derzeit besonders: Was ist schwieriger – neue Kunden zu gewinnen oder neue Mitarbeitende? Die Personalfrage bleibt ein wichtiges Thema. Andrea Welper setzt deshalb im Bereich der ambulanten Pflege stark auf Ausbildung. „Wir versuchen natürlich, Auszubildende, die wir selbst ausbilden, an uns zu binden“, sagt sie. Ziel sei es, die Ausbildung weiter zu stärken und mehr Schülerinnen und Schüler für den Pflegeberuf zu gewinnen, die anschließend auch im Team bleiben.