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Digitale Verantwortung:Caritasverband Ahaus-Vreden regelt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst im Arbeitsalltag angekommen – auch in sozialen Organisationen. Der Caritasverband Ahaus-Vreden hat jetzt verbindliche Leitlinien verabschiedet, die den Umgang mit KI im Verband und seinen Gesellschaften regeln. Sie gelten für alle Mitarbeitenden und schaffen einen klaren Rahmen für einen sicheren, ethischen und verantwortungsvollen Einsatz.
Datum:
28. Apr. 2026
Von:
Christian Bödding

Die Leitlinien sind das Ergebnis eines intensiven internen Prozesses. Ziel war es, die Chancen der Technologie gezielt zu nutzen und Risiken von Anfang an mitzudenken. Im Mittelpunkt stehen vier Handlungsfelder: verantwortungsbewusster Einsatz, Datenschutz und Vertraulichkeit, Transparenz und Kennzeichnung sowie die Stärkung digitaler Mündigkeit. „Es ging uns darum, Chancen zu erkennen und Risiken klar zu benennen“, sagt Vorstand Hans-Peter Merzbach. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Peter Schwack und Matthias Wittland hat er den Prozess bis zur fertigen Leitlinie begleitet. Matthias Wittland betont, man habe genau analysiert, welche Auswirkungen KI auf Arbeitsabläufe, Zielgruppen und die Organisation haben kann. „Uns war wichtig, das vor einem breiteren Einsatz sauber zu klären.“

Für Peter Schwack ist die Leitlinie auch ein klares Signal: „Wir übernehmen Verantwortung. KI kann entlasten und neue Möglichkeiten eröffnen – aber sie darf unsere Werte nicht unterlaufen.“ Entsprechend verbindlich wurden die Regeln formuliert. Gleichzeitig ermutigen sie dazu, KI aktiv zu nutzen, auszuprobieren und sinnvoll einzusetzen – auf einer klaren und reflektierten Grundlage. Ein zentraler Baustein ist die Einbindung einer Ethikkommission. Sie prüft geplante Anwendungen darauf, ob sie mit dem Leitbild des Verbandes vereinbar sind. Kriterien sind unter anderem das christliche Menschenbild, die Wahrung der Menschenwürde sowie Gerechtigkeit und Transparenz. Ziel ist es, KI so einzusetzen, dass sie Menschen unterstützt, ohne ihre Selbstbestimmung zu beeinträchtigen.

Darüber hinaus nimmt die Kommission mögliche Risiken in den Blick – etwa Diskriminierung, Benachteiligung oder die Nachvollziehbarkeit automatisierter Entscheidungen. Auch die Auswirkungen auf Mitarbeitende spielen eine Rolle: Unterstützt KI die Arbeit – oder erzeugt sie zusätzlichen Druck? Entscheidend sind zudem Transparenz, klare Verantwortlichkeiten und ein ausgewogenes Verhältnis von Nutzen und Risiko.

Und was heißt das konkret für den Alltag? „Die Leitlinie gibt Orientierung und Sicherheit“, so Hans-Peter Merzbach. Sie zeigt, was möglich ist – und wo Grenzen liegen. Matthias Wittland unterstreicht: „Wir wollen Innovation ermöglichen, nicht ausbremsen.“ KI solle ausdrücklich ausprobiert werden – aber auf einer verlässlichen Basis. Für Peter Schwack steht fest: „Wenn wir KI bewusst und wertegeleitet einsetzen, können wir effizienter arbeiten und gleichzeitig unsere Haltung sichtbar machen.“ Technik und Nächstenliebe schließen sich nicht aus.

Download: Vier Leitlinien für den KI-Einsatz beim Caritasverband Ahaus-Vreden und seinen Gesellschaften