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40 Jahre von Galen-Haus in Ahaus / Feierstunde am 27. September:Grundstein der Eingliederungshilfe des Caritasverbandes

1986 ist ein wichtiges Jahr für den Caritasverband Ahaus-Vreden. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ziehen in das damalige Bischof-Tenhumberg-Haus (heute Von-Galen-Haus am Hessenweg) an der Hindenburgallee in Ahaus ein. Für den Caritasverband ist es zugleich der Auftakt einer Entwicklung, die das Angebot für Menschen mit Beeinträchtigung in der Region bis heute prägt. So umfasst die Caritas-Eingliederungshilfe aktuell fünf Wohnhäuser (besondere Wohnformen), ambulante Wohnangebote sowie einen Familienunterstützenden Dienst.
Das 40-jährige Bestehen des Von-Galen-Hauses wird am 27. September gefeiert.
Datum:
24. Sept. 2026
Von:
Christian Bödding

Das Gebäude an der Hindenburgallee hatte bereits eine Geschichte, bevor es zum Bischof-Tenhumberg-Haus wurde. Es entstand auf Grundlage des ehemaligen Schwesternhauses des Canisiusstifts und wurde vom Caritasverband in den 80er-Jahren zu einem Wohnheim für Menschen mit Beeinträchtigung umgebaut. Die Menschen sollten dort einen eigenen Lebensmittelpunkt finden, mit Unterstützung im Alltag, Gemeinschaft und der Möglichkeit, ihr Leben möglichst selbstbestimmt zu gestalten.

Mit dem Haus wurde der Grundstein für die heutige Eingliederungshilfe (früher Behindertenhilfe) des Caritasverbandes Ahaus-Vreden gelegt. Das Bischof-Tenhumberg-Haus geht dabei auf eine Elterninitiative zurück: den „Elternkreis der Behinderten zu Ahaus und ihrer Freunde“. Die Eltern wollten ihren Kindern auch außerhalb der Familie ein Leben ermöglichen, das ihre persönlichen Bedürfnisse und ihre Behinderung berücksichtigt. Eine wichtige Rolle spielte auch Diplom-Heilpädagoge Norbert Schlangen-Unger vom Caritasverband. Er war maßgeblich an der Entwicklung des Konzepts für das neue Wohnheim beteiligt. 

Differenzierte Wohnformen

Mit den Jahren entwickelte der Caritasverband seine Angebote weiter. Die Vorstellungen davon, wie Menschen mit Beeinträchtigung wohnen und leben möchten, veränderten sich. Kleinere und stärker differenzierte Wohnformen gewannen an Bedeutung. 1998 entstand mit dem Ludwig-Bringemeier-Haus die erste Außenwohngruppe, 2002 folgte eine weitere im Dr.-Jürgen-Westphal-Haus. Auch im Bischof-Tenhumberg-Haus veränderte sich die Bewohnerstruktur. Der Unterstützungs- und Pflegebedarf nahm zu. Gleichzeitig rückten die individuelle Begleitung und die Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner immer stärker in den Mittelpunkt.

Schließlich wurde ein Neubau notwendig. 2016 zogen die Bewohnerinnen und Bewohner in das neue Bischof-Tenhumberg-Haus am Hessenweg. Das Gebäude bot zeitgemäße Wohnbedingungen und war auf die veränderten Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet. Im Juli 2016 wurde es fertiggestellt, im Oktober offiziell eingeweiht. Das frühere Gebäude an der Hindenburgallee erhielt danach eine neue soziale Aufgabe. Dort entstand das „Haus der Integration“. Wohn- und Unterstützungsangebote für geflüchtete Menschen wurden miteinander verbunden. Damit blieb auch das alte Haus ein Ort sozialer Arbeit.

Namensgebung

Der Name Bischof-Tenhumberg-Haus war über Jahrzehnte eng mit der Einrichtung verbunden. 2022 setzte sich der Caritasverband Ahaus-Vreden nach der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens des Bistums Münster mit der Frage auseinander, ob Heinrich Tenhumberg weiterhin Namensgeber sein sollte. Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Betreuerinnen und Betreuer, Mitarbeitende sowie weitere Gremien wurden in den Prozess einbezogen. Die Entscheidung, bei der die Bewohner des Hauses laut Peter Schwack (Vorstand des Caritasverbandes) wesentlichen Anteil hatten,  fiel auf den Namen Von-Galen-Haus. Seit dem 1. September 2023 trägt die Einrichtung diesen Namen. Clemens August Graf von Galen wurde damit zum Namensgeber. Sein öffentliches Eintreten gegen die Morde an Patientinnen und Patienten von Heil- und Pflegeanstalten während des Nationalsozialismus spielte bei der Namenswahl eine wesentliche Rolle.

Der neue Name verändert die Geschichte des Hauses nicht. Sie beginnt nicht erst 2023, sondern reicht zurück bis ins Jahr 1986. Vier Jahrzehnte stehen für Veränderungen bei Gebäuden, Wohnformen und Konzepten. „Besonderer Dank gilt den Bewohnern und Mitarbeitenden des Hauses und natürlich den Angehörigen und rechtlichen Betreuern für die gute Zusammenarbeit“, erklärt Peter Schwack. „So können wir zuversichtlich in die Zukunft blicken.“  Der Caritasverband Ahaus-Vreden feiert das 40-jährige Bestehen des Von-Galen-Hauses am Sonntag, 27. September. Die Veranstaltung beginnt um 11.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Josefskirche an der Fuistingstraße.