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Caritas-Wallfahrt:Pfarrer Kossen findet deutliche Worte

Die Caritas-Wallfahrt zum Marien-Wallfahrtsort Kevelaer fand unter dem Motto des Caritas-Jahresmottos „Zusammen geht was“ statt. Das Thema hätte nicht besser gewählt sein können: Zu sehen, wie 900 Caritas-Mitarbeitende aus 23 Ortscaritasverbänden aus NRW die Basilika füllten, war schon ein besonderes Bild. Vom Caritasverband Ahaus-Vreden nahmen 50 Haupt- und Ehrenamtliche an der Wallfahrt teil.
Vom Caritasverband Ahaus-Vreden nahmen 50 Haupt- und Ehrenamtliche an der Wallfahrt teil.
Datum:
5. Okt. 2026
Von:
CAV

Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Peter Kossen zelebriert, der als Fürsprecher der Arbeitenden im Mindestlohn-Bereich gilt. Deutlich wies er auf die schlechte Entlohnung der Menschen im Paketdienst, in der Fleischindustrie und in der Gastronomie hin. Auch die verheerende Situation der sogenannten „Schrott – Immobilien“, die an osteuropäische Mitarbeitende vermietet werden, wurde genannt. Kossen zitierte den Bibelvers (Mose 19, 33 – 34): „Wenn ein Fremder bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht unterdrücken. Er soll wohnen wie ein Einheimischer …“

Christ-Sein könne mit diesen menschunwürdigen Praktiken in der Arbeitswelt und auch mit Rechtsextremismus nicht überein gehen. Für seine klaren Worte, die durch viel Kopfnicken seitens der Gottesdienstbesucher begleitet wurden, erntete Kossen starken Applaus.
Nach dem Gottesdienst wurde im Forum Pax Christi unter einem Glasdach ein abwechslungsreiches Essen eingenommen, organisiert von der caritaseigenen Großküche in Kevelaer. Nach der Mittagspause starteten die Nachmittagsangebote: Kreatives, Stadtführungen, Besichtigungen, Singen oder Beten. 

Alle Angebote wurden sehr gut angenommen. Die Orgelführung durch Paul Lammers, dem Organisten der Wallfahrtsgemeinde, den es aus Heek-Nienborg an den Niederrhein nach Kevelaer verschlagen hat, war ebenso sehr gut besucht. Lammers zog im wahrsten Sinne „alle Register“, ließ die Teilnehmenden raten, spielte die kleinste Pfeife, die gerade einmal lang wie ein Daumennagel ist, ebenso wie die langen, tiefen Pfeifen. Auch wusste er über die Geschichte der größten romantischen Orgel Deutschlands Bescheid sowie über die vielen kleinen Besonderheiten, zum Beispiel ein Glockenspiel am Hochaltar, das an die „Harry-Potter-Melodie“ erinnert.

Zur Abschlussandacht mit Pfarrer Stefan Dördelmann fanden sich alle wieder in der Basilika zusammen. Jeder Ortscaritasverband erhielt eine gesegnete Wallfahrtskerze, die an den Wallfahrtstag erinnern soll. Auf dem Heimweg im Bus wurden Silke Uelsmann und Christel Mers (beide Gemeindecaritas) schon nach der nächsten Wallfahrt 2028 gefragt: „Können wir wieder mitfahren?“ Ein sehr gutes Zeichen.

Impressionen von der Caritas-Wallfahrt

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