Caritasverband Ahaus-Vreden und Diakonie WesT:Suchtprävention im Kreis Borken setzt auf digitale Ansätze

Ein Element ist das das neue Medienprojekt „InstaVention“. Kern des Projektes ist ein Instagram Account der fiktiven Figur des Jugendlichen Ömer. Der Kanal greift dabei typische Situationen aus dem digitalen Alltag junger Menschen auf. Schülerinnen und Schüler werden dazu ermutigt, die Beiträge zu kommentieren, eigene Erfahrungen einzubringen und ihr Medienverhalten kritisch zu hinterfragen. Darüber hinaus bietet das Projekt alltagstaugliche Tipps für einen gesunden Umgang mit digitalen Medien sowie Informationen zu passenden Hilfsangeboten. „InstaVention“ wurde von der Landesfachstelle Prävention NRW entwickelt, unterstützt von der Kampagne „Sucht hat immer eine Geschichte“ und dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.
Ergänzend zum digitalen Ansatz fanden vom 10. November bis 13. Januar 2026 in den Jugendwerkstätten des Bildungsorientierungszentrums Ahaus wöchentliche Einheiten gemeinsam mit Mitarbeitenden der Beratungsstellen statt. Unterstützt wurden die Fachkräfte dabei von der Präventionsfachstelle des Kreis Borken. In den Modulen beschäftigen sich die Jugendlichen unter anderem mit Bildschirmzeiten, Suchtmechanismen, Risiken exzessiver Nutzung sowie mit Strategien für Stressabbau und Wohlbefinden.
Die Beraterinnen von „BreakU25“ betonen die Bedeutung eines Zugangs auf Augenhöhe in der Suchtprävention: „Wir möchten mit Jugendlichen ins Gespräch kommen – ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit einer wertschätzenden Haltung“, berichtet Chiara Theuring, Mitarbeiterin der Sucht- und Drogenberatungsstelle der Diakonie. Mediennutzung oder Konsumverhalten seien dabei oft Teil größerer Lebenssituationen, geprägt von Stress, Zukunftsfragen, Gruppendruck oder familiären Herausforderungen.
Umso wichtiger sei ein geschützter Raum, in dem Jugendliche ohne Bewertung ankommen, sich orientieren und gemeinsam neue Perspektiven entwickeln können. „Jugendliche wissen selbst am besten, was sie bewegt. Unsere Aufgabe ist es, sie zu unterstützen und gemeinsam passende Lösungen zu entwickeln – denn Reden kostet nichts, ignorieren manchmal schon“, ergänzt Tanja Vormann, Mitarbeiterin der Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes.