Gedanken:Vielleicht sollten wir im Herbst ein bisschen wie Frederick sein. 🐭🍂

In der Geschichte von Frederick, der kleinen Maus (Leo Lionni aus dem Jahr 1967), sammeln alle Mäuse Vorräte für den langen Winter. Nur Frederick sitzt scheinbar untätig da. Er sammelt keine Körner und keine Nüsse. Stattdessen sammelt er Sonnenstrahlen, Farben und Worte.
Und als der Winter kommt, holt er seine Schätze hervor.
Vielleicht ist genau das auch eine kleine Aufgabe, die uns der Herbst mit auf den Weg gibt.
Denn wenn die Tage kürzer werden, schenkt uns der Himmel noch einmal ein ganz besonderes Schauspiel. Gerade im Herbst scheint die Sonne ihre schönsten Farben hervorzuholen. Gold, Orange, Rosa, Rot, Violett – manchmal sieht es aus, als würde der Himmel ein letztes großes Feuerwerk entzünden, bevor die grauen Wintertage kommen.
Vielleicht sollten wir diese Sonnenuntergänge nicht einfach nur fotografieren.
Vielleicht sollten wir für einen Moment innehalten.
Hinschauen.
Staunen.
Dankbar sein.
Die Farben in uns aufnehmen, als würden wir sie für später sammeln.
Denn irgendwann kommen wieder diese grauen, kalten Tage, an denen der Himmel wochenlang wolkenverhangen ist und die Welt farblos erscheint. Und vielleicht können wir dann auf etwas zurückgreifen, das wir heute gesammelt haben: einen ganz besonderen Abendhimmel, das warme Licht auf unserem Gesicht, dieses Gefühl von Weite und Schönheit.
Wie Frederick seine Sonnenstrahlen.
Lasst uns deshalb die letzten großen Farbenspiele des Jahres nicht achtlos an uns vorüberziehen lassen.
Lasst uns sie bewusst wahrnehmen.
Mit Dankbarkeit.
Mit Ehrfurcht.
Und vielleicht auch mit dem Gedanken:
Ich werde mich an diesen Augenblick erinnern, wenn es draußen wieder grau ist.
Sammelt eure Sonnenuntergänge.
Sammelt die Farben.
Sammelt das Staunen.
Damit etwas von diesem Licht bleibt, wenn der Winter kommt.