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Schüler treffen Senioren zum Gespräch über Kindheit:Wie war das eigentlich ohne Handy?

Wie fühlt sich eine Kindheit ohne Smartphone an? Ohne WhatsApp, TikTok oder soziale Netzwerke? Für viele Jugendliche heute ist das kaum vorstellbar. Genau dieser Frage gingen Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs der Gronauer Fridtjof-Nansen-Realschule bei einem Besuch im City-Café des City-Wohnparks nach.
„Kindheit damals und heute“ war Thema einer Gesprächsrunde von Schülern und Senioren.
Datum:
15. Juni 2026
Von:
Christian Bödding

Dort trafen sie auf die Bewohnerinnen und Bewohner Irina Vorobev, Gertrud Bessler, Gisela Jenneboer, Bernhard Hoffstätte und Hildegard Michl.
Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Eva Smit hatten die Jugendlichen eine Gesprächsrunde zum Thema „Kindheit damals und heute“ vorbereitet. Das Treffen wurde live in ein Klassenzimmer der Schule gestreamt. Im Unterricht hatten sich die Schülerinnen und Schüler zuvor intensiv mit ihrer eigenen Kindheit beschäftigt. Sie sprachen über Freundschaften, prägende Menschen und Erlebnisse, die bis heute nachwirken.
Im Gespräch mit den Seniorinnen und Senioren wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich die Lebenswelten der Generationen sind. Die Jugendlichen fragten nach Hobbys, Lieblingsorten, ersten Freundschaften und dem Alltag früher.

Besonders eindrucksvoll schilderte der 93-jährige Bernhard Hoffstätte seine Kindheit während und nach dem Zweiten Weltkrieg. „Mit 14 Jahren war meine Kindheit beendet“, sagte er. An eine unbeschwerte Jugend sei damals nicht zu denken gewesen. „Da war nichts mehr. Noch nicht mal genug zu essen“, erinnerte er sich. Auf die Frage, was es damals zu essen gegeben habe, antwortete er knapp: „Brot.“ Und fügte hinzu: „Die Frage war nicht: Was gibt es zu essen? Sondern: Gibt es überhaupt etwas zu essen?“

Bereits als Jugendlicher arbeitete Hoffstätte in der Landwirtschaft. Von morgens bis abends standen körperlich anstrengende Tätigkeiten auf dem Programm. Auf die Frage nach seinem Traumberuf antwortete er, dass er eigentlich immer gerne Tischler geworden wäre. Wenn er heute noch einmal 20 Jahre alt wäre, würde er diesen Beruf wählen.

Während Hoffstätte von harter Arbeit und Entbehrungen berichtete, erinnerte sich Gertrud Bessler vor allem an das, was fehlte: Spielzeug. „Wir hatten nichts zum Spielen“, erzählte sie. Gespielt wurde mit einfachen Mitteln auf der Straße, oft mit Stöckchen, die der Fantasie freien Lauf ließen. Gleichzeitig staunte sie über die Möglichkeiten heutiger Kinder.

Hildegard Michl nahm die Schülerinnen und Schüler mit auf eine ganz andere Reise in ihre Kindheit. Sie erinnerte sich noch genau an ihre Lieblingspuppe mit den langen schwarzen Zöpfen. Während der Flucht musste sie diese zurücklassen – eine Erinnerung, die ihr bis heute nahegeht. Gleichzeitig erzählte sie von einem Ort, an den sie besonders gern zurückdenkt: den heimischen Garten mit gleich zwei Schaukeln. Für viele Kinder ihrer Generation sei das etwas ganz Besonderes gewesen.
Ein besonders bewegender Moment ergab sich, als sich herausstellte, dass Irina Vorobev und eine russische Schülerin aus demselben Ort stammen. 

Die Jugendlichen verglichen die Erzählungen mit ihrem eigenen Alltag. Heute leben viele Kinder und Jugendliche in einer Welt voller Möglichkeiten. Vom Fahrrad bis zum neuesten Smartphone scheint vieles selbstverständlich verfügbar zu sein. Die Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu, fragten nach und berichteten auch von ihren eigenen Erfahrungen.

Für Silke Uelsmann von der Gemeindecaritas war die Veranstaltung erneut ein besonderer Moment. „Es ist jetzt das vierte Mal in Folge, dass wir diese Begegnung stattfinden lassen. Ich bin jedes Mal aufs Neue berührt davon, wie wertvoll dieser Austausch ist, wie interessiert die Schülerinnen und Schüler sind und wie positiv sich die Bewohnerinnen und Bewohner während des Gesprächs öffnen und die Zeit von damals wieder lebendig werden lassen“, sagte sie.
Besonders wichtig sei ihr dabei, dass die Begegnungen Spuren hinterlassen. „Wenn es vielleicht auch keine ganzen Klassen sind, die in den Bann gezogen werden, so sind es zumindest einige wenige, die es mitten ins Herz trifft. Und allein dafür lohnt sich dieses Projekt immer wieder.“