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40 Jahre Von-Galen-Haus in Ahaus:„Hier muss niemand perfekt sein“

Mit einem Gottesdienst in der Josefskirche hat das Von-Galen-Haus sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Mitarbeitende und Gäste blickten dabei auf die Anfänge und die Entwicklung der besonderen Wohnform der Eingliederungshilfe zurück.
40 Jahre Von-Galen-Haus, das wurde mit einem Gottesdienst in der St. Josefskirche in Ahaus gefeiert.
Datum:
2. Okt. 2026
Von:
Christian Bödding

„Bunt ist Gottes Welt“ lautete das Motto des Gottesdienstes. Diakon Michael Koopmann stellte dabei eine Haltung in den Mittelpunkt, die das Von-Galen-Haus in Trägerschaft des Caritasverbandes Ahaus-Vreden seit seiner Gründung prägt: „Es ist ein Ort, an dem die Türen offenstehen. Hier muss niemand perfekt sein.“

Die Geschichte des Hauses begann mit dem Engagement des Elternkreises der Behinderten zu Ahaus und ihrer Freunde. Die Eltern setzten sich dafür ein, dass Menschen mit Beeinträchtigungen ein eigenes Zuhause und eine passende Unterstützung erhalten. Aus diesem Engagement entstand das damalige Bischof-Tenhumberg-Haus an der Hindenburgallee, aus dem 2023 das Von-Galen-Haus wurde.

Persönlicher Einsatz

Caritas-Vorstand Peter Schwack erinnerte in seinem Grußwort an die Anfangszeit. Vieles habe damals erst aufgebaut und organisiert werden müssen. Die Arbeit sei von großem persönlichen Einsatz und Improvisation geprägt gewesen. So nahmen Mitarbeitende beispielsweise Bewohnerinnen und Bewohner am Wochenende mit nach Hause, weil die damaligen Rahmenbedingungen andere Lösungen erforderten. In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Arbeit im Von-Galen-Haus am Hessenweg deutlich verändert. Im Mittelpunkt stehen heute die individuellen Fähigkeiten, Wünsche und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner. „Es liegt an uns, nicht zuerst die Grenzen zu sehen, sondern die Möglichkeiten, die entstehen“, sagte Schwack.

Auch die Angebote entwickeln sich entsprechend weiter. Wohnstättenleiterin Marlies an Haack verwies auf die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner. Aktuell geht es unter anderem darum, zusätzliche Freizeitangebote und Urlaubsmaßnahmen zu ermöglichen und dafür geeignete barrierefreie Hotels und Reiseangebote zu finden.

Verbindungen

Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Verbindung zu den Familien und dem sozialen Umfeld. Bereichsleiter Thomas Berning betonte, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des Von-Galen-Hauses größtenteils aus der näheren Umgebung kommen. Der Kontakt zu Angehörigen und die Einbindung in den Sozialraum seien deshalb wichtige Bestandteile der Arbeit.

Eine langjährige Perspektive auf die Entwicklung des Hauses hat Mitarbeiterin Doris Uppenkamp. Sie arbeitet seit 1989 im Von-Galen-Haus. Die ersten Jahre seien von viel Improvisation geprägt gewesen, erinnert sie sich. Gleichzeitig habe sie viele spannende Erfahrungen gemacht und einen starken Zusammenhalt im Team erlebt. Auch heute schätze sie das Engagement ihrer Kolleginnen und Kollegen. „Vieles ist über Jahre gewachsen. Irgendwie eine Familie“, beschreibt sie die Atmosphäre.

Wie wichtig das Von-Galen-Haus für die Bewohnerinnen und Bewohner selbst ist, wurde ebenfalls deutlich. Eine Bewohnerin beschreibt die Einrichtung als ihr neues Zuhause. Hier habe sie Freunde gefunden und sei nicht mehr allein. Die Gemeinschaft und die Unterstützung durch die Mitarbeitenden seien für sie besonders wichtig: „Ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wären wir ziemlich verloren.“

Nach dem Gottesdienst und dem offiziellen Teil wurde am Hessenweg gemeinsam gefeiert. Bei Getränken und Gegrilltem ließen Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende den Jubiläumstag ausklingen.

Impressionen: Feier des 40-jährigen Bestehens des Von-Galen-Hauses

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